Siegfried Lagger – 10-jähriges Jubiläum Stadtarchiv Gmünd
PA Siegfried Lagger
Die Vinothek am Treffenboden ist ein Geheimtipp für Genießer des regional Bodenständigen. Auch der Stadtverein wählt das gastfreundliche Haus für so manches Treffen.

Wer sich dem Facebook-Auftritt des Stadtarchivs anschließt, war über die kürzlich stattgefundene Veranstaltung in der Reblaus am Treffenboden informiert. Ein gut besuchter musikalischer Abend schmückte sich mit einer unterhaltsamen Auswahl aus dem Privatarchiv Siegfried Lagger.

Bleiben Sie dran: Bildliche Auffrischungen und Erinnerungen bereichern die Sichtweise auf den Werdegang der Region. Auch zukünftige Generationen können sich dadurch ein Bild machen von der regionalen Vergangenheit – bei «unserem Sigi» und auch im Stadtarchiv Gmünd inzwischen vieltausendfach. Wer alleine nur die ehemalige Verkehrsführung vor dem Bau der Autobahn auf dem oben gezeigten Fotoausschnitt betrachtet, versteht, was hier gemeint ist.

In der Region Lieser-/Maltatal kennt vermutlich jeder historisch Interessierte den Bilderarchivar des Stadtarchivs Gmünd. 1996 – anlässlich der 650-Jahre Stadterhebung Gmünd – trat er das erste Mal mit Teilen seiner Sammlung an die Öffentlichkeit. Seit sich die Arbeitsgruppe rund um Herbert Wagner gebildete hatte, die sich mit regionalen Geschichtsfragen beschäftigte, fragte sie schon regelmäßig in Sachen Bildmaterial bei Siegfried Lagger an. Mit 2014 übernahm er die Funktion des Schriftführers für den Stadtverein. Bald darauf erweiterte sich der Vereinszweck auch auf die Betreuung des Stadtarchivs. Die ersten Vereinsbuchungen für das in Bau befindliche Stadtarchiv finden sich 2014. 2015 investiert der Stadtverein im größeren Ausmaß für die Archiv-Einrichtung. Seit März 2016 ist der Privatsammler jeden Montag-Vormittag im Stadtarchiv Gmünd anzutreffen: Sein 10-jähriges Jubiläum seiner Montagsstunden für das Stadtarchiv hat er damit seit Kurzem hinter sich. Sein ehrenamtlicher Einsatz für die Belange der Stadtgeschichte endet aber bei Weitem nicht dort. Ohne das Ehrenamt könnte jede Kulturarbeit nur in öffentlich finanzierten Einrichtungen oder Stiftungen des Privatkapitals überleben. Die Gemeinnützigkeit von Vereinen wie dem Stadtverein Gmünd ist von unschätzbarem Wert für jede Gesellschaft.

Der begeisterte Archivar von historischen Ansichtskarten und alten Fotos besitzt inzwischen einen wahren Privatarchiv-Schatz, von hohem kulturgeschichtlichen Wert auch für das Stadtarchiv Gmünd. Dort fragt man bereits überregional nach: Sein umfangreicher Bilderbestand ist von Bedeutung. Die letzte Anfrage aus Wien betraf zum Beispiel die ehemaligen Kriegsgefangenen-Lager in der Region. Über diese zusätzliche Schattenseite des zweiten Weltkriegs wird zurzeit eine wissenschaftliche Dokumentation erarbeitet.

Neben der Verwaltung des digitalen und analogen Bildmaterials laufen auch alle technischen Fäden des Stadtarchiv-Büros bei Siegfried Lagger zusammen: Die Unmenge an Daten fordert das ehrenamtliche Team als Gesamtes. Zusätzlich transkribiert er Gemeinde-Protokolle aus dem 19. Jahrhundert, engagiert sich in der Einholung wertvoller Privatbestände und hilft bei allen Anfragen an das Stadtarchiv. So mancher Forschende in der eigenen Familiengeschichte hat bei ihm schon Hilfestellung gefunden – die Anfragen kommen immer wieder auch aus anderen europäischen Ländern: Verwandtschaft verteilt sich regelmäßig weit über die österreichischen Grenzen hinaus.

Ein Bilderbuch im Schaufenster: Gmünd vor hundert Jahren

Das erste Mal wanderte der Stadtverein in den 1970er Jahren „ins Schaufenster“, um mit den Stadtbewohnern in Kontakt zu treten – damals zum Zwecke der „Ortsbild- und Landschaftspflege“. Die Themen waren heikel: Es drehte sich alles ums Aufräumen und überall wurden die „Geheimecken“ ausgeleuchtet. In diesem Zusammenhang überliefern sich in den Akten des Stadtvereins auch so manche Aufregungen … Das anschließende öffentliche Lob beruhigte jedoch die Gemüter wieder.

Diesmal kann sich der Stadtverein zurücklehnen: keinerlei Anlass für Ärgernisse … Denn inzwischen widmet man sich vorwiegend der Stadtgeschichte und der Betreuung des seit 2015 in Betrieb genommenen Stadtarchivs und engagiert sich nun auch mit Schaufenstern für ein „lebendiges Archiv“. Bereits letztes Jahr liefen die Vorbereitungen im Stadtarchiv, um nach dem Umbau des „Klebermass-Hauses“ die beiden Schaufenster im linken Stadttor-Durchgang zur Bespielung zu übernehmen.

Weiterlesen Ein Bilderbuch im Schaufenster: Gmünd vor hundert Jahren
Die «Altstadtgalerie» ganz neu entdecken
Reinhard Kager, Millstatt

In einer an die 800 Jahre alten Stadt besitzt jedes Haus innerhalb der Stadtmauern eine sehr facettenreiche Geschichte – so auch das Gebäude, in dessen Obergeschoss heute das Stadtarchiv Gmünd untergebracht ist. Wie in Gmünd üblich schmückt sich jedes Haus der «Altstadt» mit dem Namen der lange mit den Gebäuden verbundenen Familien: So nannte man früher das Gebäude in der Kirchgasse 51 auch «Hartel-Haus», beziehungsweise späterhin vorübergehend «Schumi-Haus». Seit den 1990er Jahren – mit der Verwandlung Gmünds zur Künstlerstadt – verwandelte es sich zuletzt zur «Altstadtgalerie».

Weiterlesen Die «Altstadtgalerie» ganz neu entdecken
Das Stadtarchiv lädt ein

Das ehrenamtliche Team des Stadtarchivs freut sich, folgende Veranstaltung anzukündigen:

7. November 2025, 19.30 Uhr
Lodron’sche Reitschule
Eintritt frei

Moderatorin:
Mag. Barbara Grünwald

Vortragende:
Archäologe Ing. Stefan Pircher, BA MA MA
Bauforscher Ronald Woldron, MMag.
Siegfried Lagger, Stadtarchivar historischer Aufnahmen

Musikalische Begleitung:
Heinz Oberlerchner & Günther Tragatschnig

Das erste Mal in der Region:
Ausstellung ausgewählter Streufunde
darunter einige mit besonderer archäologischer Relevanz

Weiterlesen Das Stadtarchiv lädt ein
Nachveröffentlichungen

Die Artikelserie «Aus Gmünds vergangenen Tagen» fand ihren Beginn 2003. Die Beiträge zwischen den Jahren 2003 und 2019 sind bisher nur als Druckausgabe in den Stadtnachrichten der Künstlerstadt erschienen. Unter der Rubrik „Artikel aus 2003-2009“ beziehungsweise „Beiträge aus 2009-2020“ finden Sie in Kürze einen ersten digitalisierten Beitrag aus diesen früheren Artikeln. Die Nachveröffentlichung sämtlicher Beiträge erfolgt schrittweise und beginnt mit einer Nachlese aus Dezember 2005, die sich mit dem Katastrophenjahr 1975 beschäftigt. 2025 jähren sich die dort dokumentierten, tragischen Ereignisse in der Region Lieser-/Maltatal zum fünfzigsten Mal.

Weiterlesen Nachveröffentlichungen
Hauptversammlung des Stadtvereins Gmünd i. K.
Reinhard Kager, Millstatt

Zwanzig Jahre Obmann Anton Fritz

Die Hauptversammlung 2025 fand statt am:

Folgende Tagesordnungspunkte wurden behandelt:

  1. Begrüßung durch den Obmann / Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Tätigkeitsbericht: „Zwanzig Jahre Stadtverein unter Obmann Anton Fritz“
  3. Finanzbericht 2024
  4. Entlastung der Vereinsorgane / Abstimmung
  5. Wahl der Vereinsorgane
  6. Allgemeines: Fragen – Antworten, Probleme
  7. Projekte-Planung 2025
  8. Beendigung der Mitgliederversammlung

Der in den Stadtnachrichten der Künstlerstadt angekündigte Vortrag des Bauforschers Ronald Woldron musste in den im Herbst geplanten, zweiten1 Stadtarchiv-Abend verlegt werden. Er wird von den Neuigkeiten der in den Jahren 2020 bis 2024 erarbeiteten Ergänzungen zu den Untersuchungen zur Stadtbefestigung Gmünds berichten. Das lebendige Stadtarchiv Gmünd in Kärnten feiert sein zehnjähriges Jubiläum! Einzelheiten dazu als auch eine Einladung für alle Haushalte der Stadtgemeinde folgen rechtzeitig per Post und auch auf dieser Webseite.

  1. Am 02. September 2017 veranstaltete der Stadtverein mit seinem ehrenamtlichen Stadtarchiv-Team unter der Mithilfe vieler engagierter, freiwilliger Helfer und Helferinnen einen sehr gut besuchten Benefizabend in der Lodron’schen Reitschule. ↩︎
Erstnennung Malontina – Urkundliche Namen im Spiegel der Reichspolitik
Reinhard Kager, Millstatt

In der Zeitschrift Carinthia I des Kärntner Geschichtsvereins erschien bereits in der Ausgabe aus 2023 eine nähere Untersuchung der Erstnennung Malontina. Diese fand man in den Archivalien des Bistums Freising. Der erste Historiker, der diese ordnete und nummerierte, vergab dieser Freisinger Tradition die Nr. 1247. Im handschriftlichen Original besaß sie keine Datierung. Die bayerische Geschichtsschreibung beschäftigt sich schon seit Langem mit der Herausforderung, die frühen, undatierten Aufzeichnungen in eine Zeitlinie zu bringen. Neben einer Datierung interessieren aber für die Region auch die darin handelnden Personen. Das Ziel dieses Aufsatzes war es, ein Maximum an Informationen aus dieser Urkunde zu erhalten, um die Herkunft dieser Personen genauer zu bestimmen, Ereignisse rund um sie, ihre Interessen und ihre Beziehungen zueinander herauszufinden.

Weiterlesen Erstnennung Malontina – Urkundliche Namen im Spiegel der Reichspolitik
Band 2 Maltatal: Ein Scheinwerfer ins Mittelalter
Reinhard Kager, Millstatt

Der zweite Band der Buchserie über das Maltatal widmet sich den frühen Urkunden. Im Zentrum steht das Mittelalter: Die frühesten Herren der Region handeln gleichzeitig als Vasallen der Bistümer Freising und Brixen. Sie bauen die ersten Kapellen und Maltas Pfarrkirche und verwalten damit ihre Fernbesitzungen. Über das Schicksal des Tales entscheidet die altbayerische Adelselite des Hochmittelalters. Entdecken Sie die bemerkenswerten Persönlichkeiten hinter ihren Namen. Dieses Buch holt ihre Geschichten und ihre stolzen Ritterburgen ins Gedächtnis zurück.

Weiterlesen Band 2 Maltatal: Ein Scheinwerfer ins Mittelalter
Ein digitales Fenster in die Archive des Mittelalters
Stadtarchiv Gmünd

Bis vor kurzem war es ein sehr großer Aufwand, sich über die historischen Originalurkunden betreffend der Region Lieser-/Maltatal ein Bild zu machen. Dies hat sich nun entscheidend verändert. Auf der Webseite gminfo.at findet sich ein Projekt mit dem Namen «Zeitereignisse im Lieser- und Maltatal». Diese Sammlung präsentiert sich in laufender Bearbeitung und mit ständigen Erweiterungen. Der IT-Spezialist und Autor Michael Glanznig widmet sich in seiner Freizeit zunächst der Unterstützung von Freier Software. Solche wird in Zusammenarbeit entwickelt und gepflegt und in der Folge auch geteilt. Schon früh beteiligt er sich zum Beispiel am Projekt OpenStreetMap, einer Karte der Welt, erstellt von Tausenden von Menschen als Gemeinschaftsprojekt unter einer offenen Lizenz. Aus der Region berichtet er zu Beginn mittels verschiedenster Beiträge für das Projekt Wikipedia.

Weiterlesen Ein digitales Fenster in die Archive des Mittelalters