Kirchenbücher der evangelischen Pfarrgemeinde Dornbach online

Kirchenbücher der evangelischen Pfarrgemeinde Dornbach online

Das Stadtarchiv Gmünd in Kärnten hat die Kirchenbücher der evangelischen Pfarrgemeinde Dornbach digitalisiert und diese können jetzt auf Matricula Online eingesehen werden. Siegfried Lagger und Michael Glanznig haben die Bücher in Fischertratten abfotografiert und nach einer Nachbearbeitung durch Michael Glanznig wurden sie an das Archiv der evangelischen Kirche in Österreich übergeben, welches dann die Online-Stellung veranlasst hat.

Damit konnte eine Lücke geschlossen werden, da von Dornbach bisher keinerlei Bücher online waren. Bis zum Jahr 1849 wurden evangelische Personen in den katholischen Kirchenbüchern mitgeführt und ab 1849 sind diese nur mehr in den evangelischen Kirchenbüchern zu finden. An Ahnenforschung interessierte Personen können nun bequem von zu Hause aus zu evangelischen Vorfahren aus Gmünd und dem Maltatal recherchieren.

Wir danken Maria Bacher, der Kuratorin der Pfarrgemeinde Dornbach, Pfarrer Oliver Prieschl und dem Archivar der evangelischen Kirche Johannes Leitner für die Zusammenarbeit. Danke auch an Wolfram Ainetter für das Zurverfügungstellen seiner Fotolampe, welche die Beleuchtung der Bücher erheblich verbessert hat.

Werner Gatterer – ein Gmündner in Wien

Werner Gatterer – ein Gmündner in Wien

Das Bild einer Gmündner Theatergruppe hat uns auf die Idee gebracht, Werner Gatterer in Erinnerung zu rufen. Er ist einer der Spieler und konnte sich – trotz hohen Alters – noch sehr genau an die Mitspieler von damals erinnern.

Stadtarchiv Gmünd in Kärnten
Stehend von links: Kotzian Liesl, Kainzner Josi, Name nicht bekannt, war Dentist bei Herrn Heinzinger, Stranner Gretl, Lax Fritz, Hartl Pepi, Werner Gatterer, Gröber Pepi, sitzend: Salzer, Kainzner, Pessentheiner hockend: unbekannt

Nun, wer ist Werner Gatterer: Geboren wurde er in Gmünd am 19. April 1922. Seine Eltern waren Peter Gatterer (geb. 1888), im Aufnahmebogen der Volksschule wurde als Beruf „Besitzer“ eingetragen, und Gottfrieda Gatterer (geb. Gaisa, geb. 1892), ihre Hochzeit in Gmünd war am 1. Juli 1920. Hier wuchs also Werner gemeinsam mit seinen Geschwistern Siegfried (geb.1918) und Erna (geb.1925) auf.

Am 3. November 1928 begann seine Schulzeit, die er nach Absolvierung der Oberstufe am 4. Juli 1936 beendete.

Er begann eine Schneiderlehre bei Reimund Hofer in der Unteren Vorstadt, wurde aber vor Beendigung der Lehrzeit eingezogen und kam erst nach dem Krieg und nach russischer Gefangenschaft nach Gmünd zurück. Hier vollendete er seine Berufsausbildung als Damen- und Herrenschneider und führte ab 1950 eine Schneiderwerkstatt in Gmünd.

Die Erfordernisse der Zeit brachten ihn Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts nach Wien, wo er im zweiten Bildungsweg die Lehrerbildungsanstalt besuchte und dann bis zum Antritt des Ruhestandes als Fachlehrer an einer Modeschule die Meisterklassen unterrichtete.

Mit seiner Heimatstadt Gmünd ist er stets in Verbindung geblieben. Seinem auch heute noch aktuellen Hobby – dem Spiel mit Worten und Reimen zu allgemeinen und auch aktuellen Themen – entsprangen viele Gedichte rund um Gmünd und das Liesertal.

Eines davon sei hier vorgestellt:

Wer dich kennt, der muss dich lieben,
du schönes Gmünd im Kärntnerland,
altes Gut ist dir geblieben,
geschaffen durch der Ahnen Hand.
Eingefriedet durch die Mauer,
einst, vor vielen hundert Jahr‘,
bist du geschützt durch Traditionen,
so soll es bleiben immerdar.
Die alten Gassen träumen Träume,
aus einer längst vergang’nen Zeit,
in alten Häusern schafft man Räume,
für fruchtvolle Arbeit, immer bereit.
Es wirken jetzt Künstler, mit viel Elan,
jedem zu zeigen, was Gmünd alles kann.
So wird die Stadt auch in kommenden Zeiten,
ihren vielen Gästen weiter Freude bereiten
und die Gmündner selber, ob groß, ob klein,
sind stolz und zufrieden, Gmündner zu sein.
Jene aber, die in weiter Ferne,
suchen nächtens der Heimat Sterne.

Werner Gatterer
Das Jahr 2019

Das Jahr 2019

Die Mitarbeiter im Stadtarchiv, Blandine Unterasinger, Siegfried Lagger und Anton Fritz können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Inventarisierung unserer Bestände schreitet zwar langsam, aber doch stetig voran.

Wir konnten viele Anfragen, die sowohl an die Gemeinde als auch an uns direkt gerichtet wurden, positiv beantworten. Wir haben ja noch keine fixen Öffnungszeiten, es hat sich aber herumgesprochen, dass an Montagen von 9 – 12 Uhr immer ein, meistens alle drei Mitarbeiter anzutreffen sind.

Wir bedanken uns am Ende des Jahres für die Besuche, für Unterlagen, die uns zur Aufbewahrung überlassen werden und auch für Geldspenden, die uns helfen, bei Angeboten im Internet, bei Auktionen im Dorotheum oder privaten Anbietern unsere Bestände zu ergänzen. Ein aktueller Dank für 100 Euro Geburtstagsspende.

Georg Broll & Lodronlöwe

Georg Broll & Lodronlöwe

Am 26. April 2019 konnte Volksschuldirektor Horst Wilscher das Manuskript von „Broll III“ in gedruckter Form vorlegen. Herausgegeben wurde es in der Tradition der ersten beiden Publikationen von Broll unter dem bekannten Titel: Aus Gmünds vergangenen Tagen, Beiträge zur Lokalgeschichte. Dritte Lieferung: Die Zeit nach 1600.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Darbietungen der Singgemeinschaft Gmünd und von der Videoprojektion, die von Ulrike Mengeú und Reinhard Kager gestaltet wurde. Danke für eure Beiträge.

Ein stehender goldener Löwe mit Brezelschweif auf bläulichem Grund.
Der goldene Lodronlöwe

Im Archiv der Stadt Gmünd ist das Manuskript von Dechant Georg Broll bekannt und wir wissen, wie mühsam das Ordnen der einzelnen Fragmente für Horst Wilscher gewesen ist. Ein herzliches Danke für die umfangreiche Arbeit! Einen besonderen Dank auch dem Gmünd sehr verbundenen „Mann in Wien“, Dr. Karl Heinz Moser, der die Druckkosten übernommen hatte. Die Bücher landeten schlussendlich gegen einen Anerkennungspreis inklusive aller damit verbundenen Rechte im Stadtarchiv Gmünd, auch dafür muss natürlich entsprechend gedankt werden.

Bei der Präsentation waren alle Beteiligten anwesend und sie endete mit einem Paukenschlag der überraschenden Art: Dem Obmann des Stadtvereines und zugleich Leiter des Archives wurde nach einem Beschluss des Stadt- und Gemeinderates der goldene Lodronlöwe verliehen. Ich war, wie man so sagt, perplex, habe mich aber mittlerweile an das Gold gewöhnt. Allen, die mit der Verleihung einverstanden waren, einen ganz großen, herzlichen Überraschungsdank!

Winter 2018/2019

Winter 2018/2019

Auch in den Wintermonaten wurde im Archiv eifrig gearbeitet. Die Hälfte des „Lax-Nachlasses“ ist inventarisiert und es stellte sich heraus, dass in diesem Bestand viele – für unser Gmünder Stadtarchiv neue – Akten und Unterlagen vorhanden sind. Noch einmal ein Danke für die Übergabe!

Immer wieder kommen auch Anfragen, die wir manchmal schneller, manchmal etwas langsamer beantworten können. An unsere Grenzen stoßen wir bei Fragen von Familienforschern, weil die betreffenden Matriken im Diözesanarchiv in Klagenfurt aufbewahrt werden.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist jetzt die archivgerechte Lagerung unserer Bestände. Viele in Klarsichtfolien abgelegte Dokumente müssen entnommen und zwischen säurefreien Kartons für die dauerhafte Aufbewahrung vorbereitet werden. Gleichzeitig werden diese Bestände inventarisiert, damit die Aktenbündel bei Bedarf auch gefunden werden. Langweile haben wir also nicht.

Bedanken wollen wir uns für das Interesse der Gmünder Bevölkerung, die uns besuchen kommt und immer wieder Unterlagen zum Kopieren oder auch zur dauernden Lagerung überlässt.

Eine große Hilfe sind für uns auch finanzielle Zuwendungen, ein ganz besonderes „Danke schön“ dafür!

Neues & Johann Zmölnig

Neues & Johann Zmölnig

Die Mitarbeiter des Archivs sind dabei, die Bestände zu ordnen und in die Datenbank des Archivprogrammes einzutragen. Bis wir in der Lage sind, auf „Knopfdruck“ die gewünschten Bestände vorzulegen, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Mit großer Freude haben wir Fotos und Bilder von der Familie Egger Adolf übernehmen dürfen, darunter auch das schöne Portrait von Johann Zmölnig, der von 1883–1908 Bürgermeister von Gmünd war.

Porträt eines Mannes im dunklen Anzug, weißem Hemd und silbergrauer Krawatte. Er blickt ernst und hat braunes har und einen braunen Vollbart mit Schnurrbart.
Stadtarchiv Gmünd in Kärnten

Johann Zmölnig, (geb. 1835 vermutlich in Zmöln bei Spittal, gest. 1918 in Gmünd) kam als Färbermeister in unsere Stadt und errichtete in der Unteren Vorstadt eine Färberei, die hauptsächlich Blaudrucke auf Leinen in verschiedenen Mustern herstellte.

1883 wurde Johann Zmölnig mit 48 Jahren Bürgermeister von Gmünd. Wie alle Personen, die ein so hohes Amt bekleiden, bemühte auch er sich, für die Gemeindebürger das Beste zu erreichen und etwas voranzubringen – und das durch 25 Jahre! Für seine langjährige ersprießliche Arbeit erhielt er durch die Verleihung des „Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone“ eine hohe staatliche Auszeichnung.

Für besonderen Verdienste um unsere Stadt wurde ihm von seinem Nachfolger im Bürgermeisteramt, Josef Gasser, die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Besonders bedanken möchten wir uns für die Geldspende anlässlich des 90. Geburtstages von Frau Elisabeth Seelig, die die Goldhaubenfrauen von Gmünd gesammelt haben. Herzlichen Dank!

Neue Dokumente & Protokollbuch

Neue Dokumente & Protokollbuch

Im Archiv wird fleißig gearbeitet, auch wenn wir „offiziell“ nur am Montagvormittag anwesend sind. Das Team möchte sich sehr herzlich bei den vielen Gönnern bedanken, die unsere Arbeit unterstützen und uns immer wieder mit Kranzspenden, Jahrtagsspenden, Büchern, Fotos und alten Dokumenten überraschen. Wir freuen uns, wenn wir etwas bekommen, weil mit jedem Dokument die Geschichte Gmünds facettenreicher wird, wie wir das aktuell mit Paul Benz gesehen haben.

Ein großer Verlust für das Stadtarchiv ist das Protokollbuch der Gemeinde Gmünd aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Natürlich war das eine schreckliche Zeit, aber es ist in Gmünd auch viel geschehen. Dieser Teil der Geschichte geht aber für Gmünd verloren, wenn diese Aufzeichnungen verschwunden bleiben. Vielleicht weiß ein Leser der Stadtzeitung etwas über dieses Buch. Natürlich müssen wir uns in jedem Fall an die (in Kärnten besonders) strengen Archivbestimmungen halten und wir haben auch nicht vor, personenbezogene Daten aus dieser Zeit zu verwenden. Es geht uns nur darum, dieses Zeitzeugnis im Archiv aufzubewahren. Ohnehin wollen wir nicht mit den offenbar recht unübersichtlichen Datenschutzbestimmungen in Konflikt kommen und werden bis zur Klärung, was wir dürfen und was nicht, keine (aktuellen) Namen nennen.

Handschriftliches Dokument in Kurrentschrift
Stadtarchiv Gmünd in Kärnten
Die Bezeichnung „Benztratten“ war mir schon bekannt, jetzt gibt es auch den Namensgeber: Paul Benz mit seiner Frau Maria unterschrieben eine Eingabe an die Gemeinde 1841. Ein früherer Brief aus 1832 fand sich auch im Archiv, damals adressiert an Paolo Benz. Beide Male wohnhaft in Gmünd, aber ohne genaue Adresse.
Drei Regale voller Bücher
Ein Teil unserer umfangreichen Bibliothek, die Bücher können aber nur im Archiv gelesen werden.
Drei Regale voller grüner, brauner und grauer Schachteln.
Da hab ich wohl beim Fotografieren schlecht aufgepasst: die Stellagen sind natürlich gerade und es entwickelt sich langsam eine übersichtliche Ordnung
Erinnerung an Kurt Moser

Erinnerung an Kurt Moser

Am 9.2.2018 verstarb Kurt Moser. Er entstammte einer sehr bekannten Gmünder Familie. Von Kindheit an faszinierten ihn die Autos, vor allem Lastautos, seines Vaters. Das weckte in ihm den Wunsch, später auch einen technischen Beruf ausüben zu wollen. Er erlernte den Beruf des KFZ-Mechanikers, wollte sich aber noch weiter fortbilden und besuchte die berühmte Grazer „Bulme“. Da seine Mitarbeit im väterlichen Beruf notwendig wurde, musste er diese Schule nach zwei Jahren verlassen.

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